Nur, wenn ich zufrieden und glücklich bin, kann ich diese Stimmung auch in die Familie tragen.


Hallo, ich bin Katja (41) und wohne mit meinem lieben Ehemann und unseren 3 Kindern (13, 10, 6) in einem alten Bauernhaus von 1891, was wir jahrelang selber saniert haben und wohl nie fertig werden. Neben meinem Teilzeitberuf als Management Assistentin in einem großen Verlagshaus habe ich zur Zeit ca. 40 Tiere (Hühner, Enten, Gänse, Kaninchen und eine Katze), die gefüttert und versorgt werden wollen, die mich aber auch unfassbar glücklich machen und entschleunigen. Ich würde mich als fleißig und emsig beschreiben, mein Umfeld empfindet mich meist entspannt und gelassen. Wenn ich mich mit einem Buch in die Sonne setze, habe ich schnell "Hummeln im Hintern" und es fühlt sich irgendwie falsch an, weil ja immer noch überall so viel zu tun ist.



Die täglichen Herausforderungen sind häufig die Termine der Kinder. Oft sind unsere Tage komplett durchgetaktet mit Programm, Arztterminen, Verabredungen, Hobbies, etc. Wenn dann noch der Schulbus streikt oder ein Kind krank wird, stellt mich das oft vor das Problem, ein Meister der Improvisation zu sein.

 

Ich habe das Glück ein gutes Netzwerk durch Familie und Freunde zu haben, was gleichzeitig bedeutet auch für diese da zu sein. Das fühlt sich schön an. Ich lasse mich da nicht so leicht aus der Ruhe bringen, denn am Ende ist ja vieles freiwillig und ich habe es selbst in der Hand, wie voll der Tag ist. Ein großer Trick ist hier auch mal "Nein" zu sagen. Das kann ich aber in der Therorie besser als in der Praxis. ;)


Meine Angewohnheit, die mir das Leben erleichtert: Gelassen bleiben, Ruhe bewahren und nicht auf andere schauen. Alltagsinseln einbauen, die den Akku wieder aufladen. Ich selber zelebriere z.B. Mahlzeiten nur für mich, wenn ich frei habe. Wenn ich mich da auch noch abhetze, habe ich nichts gewonnen.

 

Ich mache es ständig allen recht und allen schön, koche, backe, putze und wasche für andere und daher ist es schön, wenn ich es mir auch selber gut gehen lasse und mich, als Person, dabei nicht aus den Augen verliere. Weniger ist häufig mehr! Wenn die Geburtstage des 3. Kindes deutlich schmaler ausfallen, was Motto, Aufwand, Deko etc. angeht, dann habe ich dieses Kind nicht weniger lieb, nur die Kapazität ist kleiner geworden, nicht die Aufmerksamkeit. Je kleiner die Erwartungshaltung, desto größer die Zufriedenheit! Ich bin mir selber treu geblieben und habe nicht das Gefühl mich durch die Kinder oder für den Mann verbiegen zu müssen. Klingt vielleicht etwas egoistisch, aber nur, wenn ich zufrieden und glücklich bin, kann ich diese Stimmung auch in die Familie tragen.

 


Ein prägendes Erlebnis war der Mutterschutz in meiner ersten Schwangerschaft. Das war von 100 auf 0 und hat mich die ersten Wochen komplett überfordert. Ich habe wirklich viel gearbeitet vorher und plötzlich war ich schwanger, aber sehr munter alleine zu Hause. Da wollte ich ganz viel schaffen, bevor das Baby kommt. Ich hatte ewig lange Listen, die abgearbeitet werden wollten. Am Ende des Tages habe ich 2-3 Dinge geschafft und war gefrustet, dass es nicht mehr war.

 

Nach ca. 3 Wochen habe ich mein Konzept und meine Sichtweise verändert. Ich habe mir gar nichts vorgenommen und mich am Ende des Tages wie Bolle gefreut, dass ich 3 Dinge geschafft habe. Es ist wie so oft nur eine Frage der Perspektive! Dabei bin ich geblieben. Ich versuche immer wieder mich nicht selber unter Druck zu setzten, habe aber auch eine innere Motivation, Dinge anzugehen und beschäftigt zu sein. Das macht mich glücklich.



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